Nuit-nalismus
Von - um mein Seelenheil besorgten - lieben Mitmenschen höre ich, dass es gar nicht so sei, wie ich ständig insinuiere. Ich sei ja geradezu auf das Aufspüren von all jenen Hundehäufchen abonniert, auf denen besser nicht auszugleiten und vor denen zu warnen, ich mir das eigensüchtige Vergnügen mache.
Bei all dem sei doch nun wirklich viel Zwischenraum zwischen diesen leichthinnigen Verschmerzbarkeiten, welche die hündische Natur nun mal seit eh und je hervorbringe.
Und dass da vorne die Mauern immer enger würden bei meinen spaßigen Pirouetten auf der Flucht vor den Scheißhaufen, dem sei nun so oder auch nicht.
Ich bräuchte ja doch bloß meine Aufmerksamkeit auf die Sonnenuntergänge und alles andere, meinen - sich zunehmend verengenden - Horizont Übersteigende zu richten.
Wozu noch Fernsehen? Alle Einordnung liegt doch so nah.
Aus dem gestrigen TV-Programm-Angebot:
- „Die Kennedys - Fluch der Macht.“ </i>(Doku )
Für die Macht über diese Arschlöcher, die aus einer Dokumentation eine Tragödie altbiblischen Ausmaßes herausleiern, würde ich gerne jeden Fluch auf mich nehmen.
- Tschernobyl – Die Natur kehrt zurück. (Doku)
Wenn man lang genug wartet, wird aus einem Vorgang, aus dem niemand irgendwas gelernt hat, ein tröstliches Rührstück des ältesten Konservatismus: Naturam expellas furca, tamen usque recurret.
- Die Wölfe 3 – Hoffnung auf Glück. (Doku><drama)
Falls das was mit deutscher Geschichte zu tun hat, dann wurde die in Hollywood geschrieben.
- Gräfliches Roulette
Verarmter Graf adoptiert aus Geldnot eine neureiche Proleten-Familie. Die individuelle Lösung – gerne auch obsoleter - gesellschaftlicher Probleme ist seit Aschenputtel DAS Komödienschema. Die herzigen Prolls und die absonderlichen Manieren von Durchlauchten ist das Figurenschema.
.....
Und jetzt sage noch einer, ich hätte diese Exkremente, mit denen die Wohnzimmer -Gehirne vollaufen, ganz einfach erfunden!
Auf dem Kollektivsymbol des Kapitalismus, dem Dollar, steht zu lesen "In God we trust"
Vor 1963 war statt dessen auf dem, was immer mehr Schein wurde, zu lesen: "Wird jederzeit in Gold umgetauscht".
Als das auseinanderdriftende Verhältnis von Goldreserven und Geldumlaufmenge dieses Versprechen eines gedeckten Kredits illusorisch machte, kam Gott gerade recht als metaphysischer Garant für das Gelingen einer Fiktion, dass die faktisch unendlich steigenden Staatsschulden auf der Unerheblichkeit ihrer Rückzahlung beruhen können.
Es sei denn: dass ein Dollar die Macht hat, mehr zu sein als ein billiges Stück bedruckten Papiers, garantiert ausschließlich die dahinter stehende Staats-Macht.
Betet, Leute.
Und wenn ihr damit fertig seid, Helm auf und angetreten .
Staatsräson
Die Dogmen der Staatsreligion sind die unabänderlichen Ratschlüsse jenes höchsten Wesens, das wir so verehren, das seine Meinung nur dann ändern kann, wenn seine parlamentarischen Diener das beschlossen haben.
Anpassung der Arbeiterkosten an rentable Kosten der Arbeit.
Wunderbarerweise ändert sich alles andere damit auch,
- wozu der Philosoph weiß, dass sowieso alles am panta rhei ern is´.
- Und die Soziologie vergibt Magisterarbeiten über Binnen-Migration,
- die Psychologen merken, dass der Wille der Umstrukturierten sich den neuen Maßstäben anbequemt,
- und die Pfaffen helfen beim Verwinden der neuen Standards.
Zum Bruch zwischen Theorie und dem Umgang mit dem von ihr Erfassten
Ich bin mir sicher, dass das Alltagsbewusstsein nicht darauf kommt, dass 0 minus x überhaupt geht.
Ebenso sicher bin ich mir, dass die harten Folgen davon auch in Zukunft tapfer und mit Stolz auf den erbrachten Beweis der Handlungsfähigkeit abgelebt werden.
Unser aller Bundeshorst, jener Köhler, der wie Colombo eine Frau hat, gibt den Stand der Dinge an mit: Deutschland müsse mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler 'freie Handelswege'. Es gelte, Zitat 'ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen' und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.
Das heißt aber noch lange nicht, daß irgendwer Deutscher jetzt endlich seine Pfingsten erlebte, wenn Kinder und Narren die Wahrheit sprechen.
Vorwärts, und nicht vergessen, wohin die Reise geht...!
Geht weiter als man gedacht hätte.
Normalerweise geht sie über dessen freihändige Interpretation durch dazu unvorsichtigerweise Ermächtigte.
Das ist viel zu umständlich.
Wenn überhaupt keine erkennbare Mehrheit für die getätigte und in Aussicht gestellte Politik aus dem Wahlergebnis heraus deutbar ist, wird einfach aus der Niederlage nach dem Motto „Minus plus Minus gleich plus“ ein Sieg geschaffen.
Auch die Alternative zu dieser gelungenen Emanzipation will nicht so recht überzeugen: die Deppen so lange Wählengehen schicken bis sie es richtig gemacht haben.
Funktionalität des Glaubens
Eine gängige Tour, sich den Erfolg der eigentlich blamablen Zumutungen des Glaubens zu erklären, besteht im Hinweis darauf, dass er dem Gläubigen irgendwie helfe.
Wer freilich an den Staat glaubt, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.
Kalauer der Werbung
Geiz ist geil
Und
Maria Magd
Und
Demokratie Dienst
von Freien.
Liebe deine Feinde.
Also töte sie lieber gleich.
Was sollen sie jahrzehntelang unter den von dir geschaffenen Bedingungen dahinsiechen?!
Außerdem ist das billiger als sie in Lagern durchzufüttern.
(Weil mir wieder keiner glaubt, lest doch selbst nach unter
http://www.reuters.com/article/idUSTRE64H5SL20100518)
Chancenkalkül des moralischen Denkens
In einer Welt, die erfahrungsgemäß noch nicht einmal mehr dem seinerzeitigen Minimalstandard der „Minima Moralia“ standhält, die aber in jeder Fernseh-Gesprächsrunde nichts als - vom Gemüt der Konsensgesellschaft beklatschte - Moralismen breittritt, fällt es schwer zu übersehen, dass selbst unsere einzige und letzte nicht wahnhafte Chance Subjekt zu werden, nämlich die redliche Auskunftei der Wissenschaft, so weit verkommen ist, dass sie nur noch im Geplänkel der Gefälligkeitsgutachten und Gegenexpertisen entweder moralisch einwandfrei, nämlich demokratisch, einschätzt, oder gleich eine wichtigtuerische Liederlichkeit von ebenso moralisch einwandfreien Karrierehengsten darstellt.
Falls man sich verständlicherweise innerlich davon distanziert, um seine reservatio mentalis zu hätscheln, schrumpft Moral auf das neben dem Weltlauf herlaufende Weltbild von pietistischen Rückzüglern in Eichendorffschen Mühlen zusammen, die damals schon recht lustig brausten und rauschten.
Da rennen die Distinktionsgewinnler vor dem allen Gemeinsamen vorne weg, halb wahnsinnig vor Angst, von ihm eingeholt zu werden!
Sicheres Zeichen, dass die beiden Läufer so weit gar nicht auseinanderliegen.
Eine Schwierigkeit beim Erkennen von Erkanntem
Dass es so vollkommen gleichgültig ist, was sich einer so denkt, bedeutet nicht nur, dass die herrschenden Gedanken die der Herrschenden sind.
Das heißt auch, dass ein nicht keimfreies Denken noch vor jeder näheren Besichtigung automatisch unter die allgemein mit Hohn zu bedenkende Aussichtslosigkeit von eigensinnigen Abweichungen kategorisiert wird.
Allgemeinem Konsens zufolge verdankt sich nämlich diese auf eine chancenlose Nickeligkeit erkannte Dysfunktionalität einer hässlichen Denkschwäche, dem Hang zu Vorurteilen.
Worunter nicht etwa zu verstehen sei, dass auch vor unserer Zeit schon Urteilsfähigkeit sich erfolgreich betätigt hat, auch nicht etwa das vor der Hand haltlose Geschwafel von Politikern, das hinterher schon wieder falsch verstanden wurde, sondern schlicht das unbedarfte Scheitern von Denkversuchen im Falle ihrer Unberatenheit von dazu autorisierten Nachdenkern.
Erinnerung an längst Erkanntes
Persönlich
haben wir nichts
gegen das Kapital
in der Hand.
Unpersönlich
haben wir aber,
was der Kapitalismus
an Urteilen
über sich selbst spricht,
an der Hand.
Von allen Ableitungen der Unabdingbarkeit einer Staatsgewalt leuchtet die einer gnadenlosen Eintreiberin von - in der kapitalistischen Reproduktionsweise anfallenden - Fehlbeträgen noch am ehesten ein.
Es kann natürlich aber auch sein, dass es einen allgemeinen Willen zur Kopfgeldjägerei gibt. So sehr es möglich ist, dass der Mond auf die Erde fällt.
"Sozialismus für die Reichen, Kapitalismus für die Armen!"
Selbstbescheidung
Der größte Reichtum ist die Selbstgenügsamkeit.
- Epikur.
-
Richtig. Mir würde eine Million auf meinem Konto in Liechtenstein und eine Zweitwohnung in Pisa völlig genügen.
Für die Betreiber der Demokratie spricht auch, dass sie sich mit nichts für nichts zu schämen brauchen.
Haben sie doch im selben Akt nicht etwa nur die Armut geschaffen.
Siehe, in den selben Landschaften blühet der Reichtum auch.
Beispiel für eine rhetorische Frage
Jeder Gedanke, der auf seinem Niveau keine Einrede den Finger recken lässt, ist undemokratisch und undiskutabel im schlimmstmöglichen Sinne.
Wohingegen jede politische Entscheidung, die sich TINA (There Is No Alternative) in die Arme wirft und das Aufgebot bestellt, in ihrer beschlossenen Unwidersprechbarkeit an allen Biertischen vom Bauwagen bis zur Akademikerrunde wohlwollendes Schulterklopfen für die geplante Ehe genießt .
Heißt das, dass man es mit lauter Gewaltliebhabern zu tun hat?