der Demokratie verstehen nun wirklich alles, außer jene Leute, die sie nicht verstehen wollen.
„Moralisch untauglich für anderes als das Gegebene“
Wer den Menschen für eine Fehlkonstruktion hält, weil er mit ihm fliegen wollte, sollte ein ernstes Wörtlein mit seinem Ingenieur sprechen.
/Politics Last Summer
by Richard Shelton
Die Päderasten waren am Päderastern/ The pederasts were pederasting,
Die Sykophanten waren am Sykophantastern/ The sycophants were sycophanting
Und Washington war am Sich-Waschen im Schleim der Politik/ and Washington was awash in the slime of politics
Als plötzlich die drei weisen Affen/when suddenly the three wise monkeys
Eine Ausschusssitzung sprengten/ burst into the committee room
Auf Trommeln wummerten und verlangten/ beating on drums and demanding
Der Darwinismus oder sonst eine Theorie habe sich als Lehrstoff aufzuhören/ an end to the teaching of Darwinism or any theory
Welche die Affen in einen auch noch so lockeren Zusammenhang/ that related them, even distantly,
Mit einer so verkommenen Kreatur wie dem Menschen brächte./ to such a debauched creature as man.
Derweilen versuchten die Obdachlosen /Meanwhile, the homeless were trying
Eine Union zu gründen mit dem Programm/ to form a union so each of them
Eines Topfs und eines Fensters für jeden./ could have a pot and a window.
Man stelle sich diese Chuzpe vor! Ein Topf und ein Fenster!/. Can you imagine the gall? A pot and a window!
From The Last Person to Hear Your Voice by Richard Shelton, © 2007. Reprinted by permission of the University of Pittsburgh Press.
Frustration
(Dorothy Parker)
If I had a shiny gun,
I could have a world of fun
Speeding bullets through the brains
Of the folk who give me pains;
Or had I some poison gas,
I could make the moments pass
Bumping off a number of
People whom I do not love.
But I have no lethal weapon –
Thus does Fate our pleasure step on!
And they are alive and well,
Who should be, by rights, In Hell.
Leute, Leute, das ist keine korrekte politische Stellungnahme zu nichts. Weiß ich doch. Eher das absolute Gegenteil.
Aber es gibt auch so etwas wie Spass an der literarischen Form.
Deshalb wird dieses aufsässige Zähneknirschen auch nicht übersetzt.
It´s easy reading. Try it.
(Dem JS/07/M/378
Dieses Marmor-Monument
wurde ihm vom Staat errichtet)
Das Bundesamt für Statistik hat ihm bescheinigt,
Er wäre einer, gegen den offiziell keinerlei Beschwerden vorlägen,
Und seine Führungszeugnisse stimmen darin überein,
Dass all seine Taten dem großen Ganzen dienten.
War also, im modernen Sinn eines altmodischen Worts: ein Heiliger.
Abgesehen vom Krieg arbeitete er bis zur Verrentung
In der Fabrik, wurde niemals gefeuert,
Und stellte den Arbeitgeber zufrieden, die Frick Motoren e.G.
War auch kein Streikbrecher, noch hatte er Schräges im Kopf,
Die Gewerkschaftsbeiträge nämlich zahlte er pünktlich,
(Die Gewerkschaft, sagt unser Bericht, war eine gesunde).
Und unsre Mitarbeiter für Sozialpsychologie fanden heraus:
Er war bei den Kumpels beliebt und hob schon mal einen.
Die Presse ist überzeugt, er kaufte seine Zeitung täglich,
Und seine Meinung zur Werbung wäre durchaus normal.
Die Policen auf seinen Namen belegen: gesichert war er total.
Musste einmal ins Krankenhaus und verließ es gesund.
Die Marktforschung und »Schöner Leben« erklären,
Die Vorteile der Ratenzahlung waren ihm bestens bekannt:
Er besaß alles Nötige für den modernen Mann,
Zu dem Tonband, Auto und ein Kühlschrank gehören.
Die Meinungsforscher versichern: seine Meinungen waren up to date,
Wenn Frieden war, war er für Frieden, war Krieg, zog er mit.
Verheiratet war er, erhöhte mit fünf Kindern die Population,
Die richtige Zahl, sagen Eugeniker, für ein Elternteil seiner Generation,
Unsre Lehrer berichten, er hätte sich nie eingemischt in ihre Erziehung.
War er frei? War er fröhlich? Hat ihn etwas verstört?
Absurde Frage: wär was krumm gewesen, wir hätten es sicher gehört.
(W.H. Auden)
Auch ein Leben
Während du dir noch einreden lässt, du habest ja das ganze Leben noch vor dir, bist du schon unentwegt dabei, es zu verpassen.
Dilemma
Ich wäre so gerne ein kämpferischer Humanist. Wenn doch meinem Kämpfen nur nicht immer gleich der Humanismus dazwischenkäme!
Orientierung der Desorientierten
Lieber her mit dem wüstesten Patriotismus, als überhaupt keinen Herrn.
„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit und ich so frei, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, als ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern mit ihren Videoclips über Freiheit und Democracy eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon bei den Freiheiten des letzten Zimmers bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die zu laufen man von mir erwartet. .“
– „Du alter Pessimist, du brauchst doch bloß die Blickrichtung zu ändern“, sagte die Katze und grinste.
Soweit die Umfunktionierung der Kafkaschen „Kleinen Fabel“ zum Zwecke ...
Ja, da scheiden sich die Geister.
Die einen sehen in einer solchen fatalistischen Bestandsaufnahme Rückzugsverhalten, Eskapismus, Ratlosigkeit, destruktives Désengagement...und überhaupt könne man mit so was keinen Stich machen beim Aufbau einer wirklichen Demokratie ...
Es gibt aber auch Stimmen, die darin kein Sich-Suhlen im Abstinenzlertum des Elfenbeinturms sehen wollen.
Und ich muss ihnen recht geben. Es ist ja richtig, dass ich irgendwie schon jetzt die Schnauze vom kommenden Jahr voll habe, weil es genau so weiter gehen wird wie mich das im letzten Jahr schon angestunken hat.
Daraus geht aber nur hervor:
Aussichtslosigkeit ist eine Kampfperspektive.
Geistiges Eigentum
Es gibt überhaupt nur eine einzige richtige Meinung, und jeder hat sie.
Kein Wunder also, dass all die vielen kleinen Wahrheiten unangefochtenes, herrenloses Eigentum der Müllhalden bleiben.
Avantgarde
Willst du wissen, wo es lang geht, frage besser keinen Avantgardisten.
In seiner Avanciertheit weiß der immer nur, dass vorne nicht hinter ihm ist.
Parteigänger
Monde, die von sich aus nicht leuchten können, reflektieren das Licht, das auf sie fällt.
Scheitern enttäuscht.
Aber es nicht probiert zu haben, ist die Hölle. Fragt die älteren Herren nach ihren verpassten Gelegenheiten.
Fallieren
Ist nicht gleichbedeutend mit in Fallen fallen.
Liegenbleiben aber schon.
des großen Inszenators.
Machen wir´ s kurz und grob, weil es des längeren nicht der Mühe wert ist:
„Zu Weihnachten wünsche ich uns allen eine tragende Gemeinschaft - eine Familie und Freunde, die uns Heimat und Zuhause bedeuten. Lassen Sie uns immer wieder neu finden, was uns miteinander verbindet und zusammenhält.“
Also, ich suche und suche wunschgemäß nach irgendwelchen Gemeinsamkeiten, die ich ungehobelter Spalter mit dem Volksgemeinschaftsprediger aufweisen könnte. Ich lande immer nur bei dem Arschloch, das ich habe, und das der selbstgefällige Redner ist.
Vorläufige Bekanntmachung des „Ausschusses für die angemessene Körperhaltung von Leidenden“
Wir, die wir saubere Socken und Schuhe tragen,
Sind Ihrer barfüßig vorgetragenen Beschwerden überdrüssig,
Ihrer staubigen Fußabdrücke auf unseren soeben gereinigten Teppichen.
Müde sind wir auch Ihrer endlosen Tricks,
Diesen simulierten Amputationen, den erfundenen Kindern,
Mit denen Sie an den Passagen sich zusammenknäueln,
Ihrer Lumpen und Flaschen,
Der ungemütlichen Stellungen, die Sie dabei einnehmen.
Sie sehen uns jedoch beeindruckt
Von Ihrer Ausgezehrtheit und Ihrem Hunger und –
Frei heraus - wir finden Sie fotogen und Ihre Fotos
Sowohl alarmierend als auch ästhetisch befriedigend.
Etwas über ein Seufzen hinaus zu tun, wird einen komplexen Prozess
Von energischer Aufmerksamkeit bei der Untersuchung
Erfordern, einen Prozess, der derzeit
Im Entwicklungsstadium ist. In der Zwischenzeit würden wir vorschlagen,
Sie mäßigen Ihr öffentliches Herumleiden, zumindest so lange
Bis das Komitee über Angemessene Stellungen für die Leidenden
In der Lage ist, Leitlinien vorzulegen. Keine Panik.
Das Komitee hat mich gebeten Ihnen zu versichern,
Dass es nicht unberührt ist sowohl von den ästhetischen Qualitäten
Ihres Leidens – dieses stiere Starren, diese Schönheit aus der Gesichtschirurgie, wo das Fleisch zurücktritt und die Augen
Größer zu werden scheinen, diese Halos von Fliegen – als auch von Den physischen Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit und der Positionierung von Gliedern.
Der Ausschuss wird, da bin ich sicher, Sie bitten,
Ihre nackten Kinder nicht emporzurecken wie Opfergaben an die Götter.
Die Diskussion über diesen Tagesordnungspunkt fokussierte sich
Auf den unfairen Vorteil, den solche Tricks den Eltern
Solcher Kinder verschaffen.
Die Kinderlosen, sei es durch eigenen Willen oder das Schicksal,
Sind ausgeliefert an ein schweigendes Dahinwelken an den Portalen,
Während die mit Kindern an den Avenuen mit voller Wucht
Ihre Kinder mit großen Gesten darreichen.
Dies verletzt unseren traditionellen Sinn für Fairness,
Jenen demokratischen Impuls, der unsere Diskussionen anleitet
Und ihnen ihre Energie verleiht. Daher bitten wir um Zurückhaltung,
Und wo es an Selbstzurücknahme mangeln sollte,
Werden wir die Legislatur bemühen.
Seien Sie also bitte vorgewarnt. Darüber hinaus wird das Komitee
Die Empfehlung aussprechen, dass das Rufen von Slogans,
Seien sie an die Regierung oder die Götter gerichtet,
Sich auf ein Minimum zu beschränken hätten.
Nicht nur, dass solches Herumschreien von Slogans
ästhetisch unerfreulich ist, es erweckt den Eindruck,
Dass da etwas getan werden sollte.
Glauben Sie mir, niemand ist sich Ihrer Lebenslage schärfer bewusst
Als wir, die wir sie täglich ignorieren müssen
Auf unserem Weg zum Capitol.
In dieser Angelegenheit bitten wir nur um etwas mehr Rücksichtnahme auf Ihre Mitbürger, die mit iPods, Brombeeren, Aktenkoffern,
Handys und Lattes jonglieren müssen. Die stetig
Voranschreiten müssen, oder von ebenso beladenen Mitbürgern
Unmittelbar hinter ihnen niedergetrampelt werden.
Ihr Rufen und Gestikulieren ist Ihrer Sache nicht dienlich.
Diejenigen unter uns, die von der Agentur beschäftigt werden,
Sind darauf vereidigt, den Überblick über Sie zu behalten.
Falls wir, wie Sie suggerieren, stattdessen Sie übersehen hätten
Wäre das ein Versehen, das ,ich bin mir da sicher, in unserem
Jährlichen Bericht Erwähnung finden wird.
Halten Sie sich vor Augen: Ihre Armut, Ihren Hunger
Ihre ästhetisch befriedigende, aber irritierende Präsenz
In unseren Eingängen, über unseren Heizungsentlüftungen, in unseren Metrotunneln und unter unseren Kraftfahrtstrassen
Aus der Welt zu schaffen, würde die Beseitigung der Agentur selbst Bedeuten und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
Einen Niedergang des Tourismus.
Diejenigen von uns, die bei der Agentur angestellt sind,
Haben weder das Stehvermögen, die Ausdauer, noch jenen
Aus dem Inneren herausscheinenden Hautton, den Sie
Dem schauenden Publikum bieten.
Abschließend muss ich jene, die Programme vorschlagen möchten,
Die auf Finanzierung und Aktionen hinauslaufen, daran erinnern,
Dass wir nicht damit beauftragt worden sind,
Ihr Leiden zu eliminieren sondern es ordnungsgemäß abzuwickeln.
(Übersetzung des
Preliminary Report from the Committee on Appropriate Postures for the Suffering
by Jon Davis
Copyright © 2010 by Jon Davis. Used by permission of Copper Canyon Press.)
Sentimentalität
Man zückt lieber das Taschentuch als das Portemonnaie.
Mehr gibt es eigentlich gar nicht über Weihnachten als gesellschaftlichen Ritus zu sagen.
Man kann aber auch glauben, dass das erfreulich erwärmte Konsumklima, in dem sich der Geist der Weihnacht so recht wohlig rekelt, und die von den Medien einvernehmlich registrierte Höhe der karitativen Spendenaufkommen nichts miteinander zu tun haben und schon gar nicht hier her gehören.
- Ich lese gerade mit großem inneren Behagen ein leidenschaftliches Plädoyer für eine gerechte Wirtschaftsordnung.
- Seit Walter Dirks Frankfurter Heften in den 50er Jahren lese ich immer wieder mal, angenehm angewärmt, leidenschaftliche Plädoyers für eine gerechte Wirtschaftsordnung.
- Es wird mir und meinen Nnachfahren auch in Zukunft seelisch wohl tun, leidenschaftliche Plädoyers für eine gerechte Wirtschaftsordnung zu lesen.
Tagesbefehl (to whome it may concern)
Alles hört auf mein Kommando.
Schtill´schtann!
Ab sofort wird jede Niederlage in einen moralischen Sieg verwandelt.
Im Gleichschritt- Marsch!
Materialismus
Jedwedes unter den hieniedrigen (!) Verhältnissen sich betätigende Interesse ist von überaus strengen Materialisten getragen. Widrigenfalls es die Strafe seines Untergangs zu gewärtigen hätte. Und die Urteile über so manchen missglückten Run auf die Glücksgüter dieser Welt gehören zu den härtesten Verurteilungen überhaupt.
Aber der Materialismus – gelle? -ist ein pfui - teuflisches Darf - nicht.
Der hundsgewöhnliche Materialist, dem gar nichts anderes übrigbleibt als seine Selbsterhaltung unter den diktierten Bedingen mit seinen Mitteln zu betreiben, will sich als solchen nicht verstehen, weil er eine Interpretation seiner Daseinsfristung bereithält, die jeder Ähnlichkeit oder gar Wiedererkennbarkeit mit seinem Tun entbehrt: Eigenverantwortung.
Mit dem Materialismus als Weltanschauung hingegen ist es genau umgekehrt wie beim Verrat und dem Verräter, wo man das Abstraktum Verrat liebt, aber den konkreten Verräter hängt. In beiden Fällen schlägt die Moral einfach zu, anstatt mit dem sanften Zwang des geduldigen Hinschauens zu sortieren.
Wenn es eine stimmige Kritik an diesen lebensweltlich vorfindlichen Materialisten gibt, dann doch wohl die an der Kurzatmigkeit ihres Materialismus, der sich sehr wohl auf die Materie richtet (worauf denn sonst?), aber sich über ausbleibende Erfolge leicht hinwegtröstet. So saublöd wie die sich anstellen rennen sie ein Leben lang hinter der ihnen an langer Stange vorgehaltenen Möhre her.
Und nennen das eine wertgebundene, spirituelle Neigung.
Man könnte allerdings auch darauf kommen, dass es da irgendwo ein Möhrenfeld geben muss.
Selbstkritik
Zur Selbstkritik sind ausnahmslos alle jederzeit bereit.
Immer vorausgesetzt, es stimmt ihnen darin keiner zu.
Liebe Mitleser,
ich bin die kommenden zwei Wochen im Alpenschnee vergraben.
Ganz ohne Kontakt zur Außenwelt.
Freiwillig.
Ihr braucht also meinen Rechtsanwalt nicht zu alarmieren.
Jedes Ding habe zwei Seiten, höre ich.
Das klingt komplizierter als es ist.
Das Ding zerfällt nämlich normalerweise in meine Sichtweise und die falsche.
Jetzt lassen wir es trotzdem mal vorübergehend so sein, dass es überhaupt nur Weltanschauungen gibt, wie die Agnostiker und die radikalen Skeptiker und der universalisierte Ideologieverdacht das propagieren.
Von mir aus gerne.
Aber in dem Fall ist doch erst recht überhaupt nicht einzusehen, wieso ich mir von irgendwelchen Leuten auf den Kopf scheißen lassen soll, bloß weil deren Weltanschauung von anderen Weltanschautlern in eine praktisch durchzudrückende Weltanschauung des rührigen Darauf - Scheißens gewählt wurde.
Solche kalte Herzlosigkeit gegenüber der kuscheligen Volksgemeinschaft schmeckt euch nicht?
Jetzt aber mal langsam und zum Mitschreiben:
Man mag noch so voller Liebe für einen anderen sein. Es nützt nichts, wenn Du einem kranken Geliebten zuliebe dessen bittere Pillen schluckst.
Credo in naturam rerum
In der Natur der Dinge steckt schon die Moral,
von der die romantische Sage geht,
sie habe unabhängig von den Verhältnissen,
denen sie sich verdankt,
das Sagen zu haben.
Anzug
Unverzichtbares Requisit, wenn du, lieber Jeans - und T-Shirt-Träger, dir bei der Bank einen Kredit besorgen willst.
Hoffentlich hat wenigstens dein Onkel einen in deiner Größe.
Armut
Beliebtes Reiseziel des Favela - Tourismus.
Hierzulande also eine unbekannte Schaurigkeit.
Denn das verordnete Darben auf hohem Niveau ist selbstverständlich Reichtum.
Merkwürdigerweise entlehnt man sich hierbei das Maß der Beurteilung vom Bruder von der Landstraße, der beim abendlichen Kassensturz feststellt, dass seine Tageseinnahme sogar um ganze 5o Cents höher liegt, als die des Penners von nebenan, der seinerseits feststellt, dass Reichtum in 25 Cents mehr als im Hosensack des Plattenbruders da drüben besteht.
Bloß gut, dass es keine Armut gibt, sondern nur das Lohnabstandsgebot.
Attraktivität
Bestimmt dein Hormonspiegel, dein Alkoholpegel und eine erfreuliche Menge theoretisch nicht erfassbaren atavistischen Wirrwarrs.
Aber ganz gewiss nicht AVON.
Wenn welche auf informellen Gesellungen zusammenkommen, die aber so gar nichts miteinander verbindet, geschweige denn ein sie einender Zweck, dann tasten sie das Gegenüber verbal ab auf eventuelle Waffen ... oder daraufhin, was er mir eventuell Schönes mitbringen könnte.
Das ist in einer Welt normal, wo das , was du hast, einem anderen erst mal weggenommen werden muss, weil es nicht nur das Lohnarbeitsverhältnis gibt, sondern auch die daraus abgeleiteten Einkommen. Und am einzusortierenden, potentiellen Konkurrenten ist nun wirklich nicht dessen innere Schönheit und ihr unendlicher Wert interessant.
Wenn du mit ihm dann später - bei wechselseitiger Gewogenheit - ins Bett der gemeinsamen Interessen steigst, dann wird man ja sehen.
Früher schien mir das anders gewesen zu sein.
Da war ich ein Kind und wusste genau, dass ich in Wirklichkeit ein Prinz bin, und meine Eltern nur ...
Hochgeschätzte Einrichtung bei all denen, die nicht von sich abzuhängen gezwungen sind.
Agon (griechisch : Kampf)
Abendländisches Grundprinzip, das den Gegner zu eliminieren nur dann empfiehlt, wenn aus ihm nun wirklich nichts mehr herauszuholen ist. >siehe Antagonistisch
Anarchismus
Verfemte Form, sich der verordneten Freiheit zu bedienen, um von ihr erstmals auch etwas zu haben.
Eine eingeschränkte Berechtigung dazu steht irgendwo aufgeschrieben, wo der Gesetzgeber sich mit den Lizenzen der Kunst befasst.
So ist sichergestellt, dass seine öffentliche Ausübung sich auf das Absingen von „Why Don´t We Do It in the Road“ beschränkt.
Andererseits
Die gedankliche Handbremse bei vorstellbaren, durchschlagenden Aktivitäten, die
a) die Stärke des Gegners ins Kalkül zieht,
b) die Schwäche der menschlichen Natur bei den Mitstreitern in Rechnung stellt.
Antagonistisch
Ein Adjektiv aus einer abstrusen Theorie, die behauptet, wessen Interesse den Kürzeren zöge, stehe schon von vornherein fest.
Neuere Übersetzungen des gemeinten Sachverhalts hetzen die einander entgegengesetzten Interessen aufeinander und behaupten, Konkurrenz belebe das Geschäft. > Siehe Lohndumping, Standortvorteil, „nach der Krise besser aufgestellt“ sein.
Auto
Laut SGB ist dir zuzumuten, dass du damit mindesten 5 Tage der Arbeitswoche bis zu zwei Stunden lang (pro Arbeitstag!) zum Arbeitsplatz pendelst. Am Sonntag fährst du damit die Familie zur Oma aufs Land.
Man könnte meinen, du brauchst das einfach um deinen Dienst an Staat, Kapital und Gesellschaft ordnungsgemäß zu erledigen.
Das sieht die höhere Geistigkeit aber ganz anders. Sie verdenkt dir das und wirft dir deinen Hang zu Statussymbolen und Schlimmeres bis hin zur Idolatrie vor.
Könnte es sein, dass du gar nicht zu den Leuten gehörst, zu denen du immer hinwolltest?
Ich habe ja auch lange nicht begriffen, warum die Idealisten die Latte immer so hoch legen.
Bis ich den ersten drunter durch gehen gesehen habe.
Verstehen und Begreifen
Wer sich entschlossen hat, alles zu verstehen, hat es aufgegeben, irgend etwas zu begreifen.
Okay, okay, ich bin verantwortlich für das, was ich sage, aber doch nicht für das, was du verstehst.
Begreif das endlich.
gilt dem unbefangenen ersten Blick als Gipfel der sich selbst schädigenden Dummheit.
Der zweite Blick nämlich der des belehrten Hausverstands verweist mit ernster Miene darauf, dass es doch wohl keinen größeren Experten für Grünzeug gebe als den Geißbock.
Der dritte des umsichtigen Gebildeten rät sich Reflexion seiner selbst an, um seinen Tunnelblick als eine Gefahr bei der Schadenseinschätzung zu durchschauen. Außer Böcken in Gärten gebe es schließlich auch noch Sonnenuntergänge und Musik. Und überhaupt sei alles jenseits des doch sehr einseitigen Gartengrüns ja so was von schön bunt hier!
Der vierte des Philosophen endet vorhersagbar bei: „Bock? Welcher Bock denn?“ Wo man denn da einen Bock sähe? Der erkenntnistheoretisch stichhaltige Nachweis der Existenz von Böcken sei jedenfalls bislang noch nicht gelungen.
Minder begabte Ideologen erinnern daran, dass das hier ein freies Land sei, und dass die Einschränkungsbemühungen der Gärtnerlobby einen ernsten Verstoß gegen das Freiheitsgebot darstellen. Das schade dem Ansehen Deutschlands in der Welt und verletze unnötig die Gefühle der Ziegenhalter.
Bei soviel einvernehmlicher Parteilichkeit haben die Söldner kein Problem, sich den Weg zum Frieden freizuschießen.
Guter Rat
Gebt euch nicht mit Leuten ab, die anderen Schaden zufügen, aber gleichzeitig das Prinzip der Vergeltung ablehnen und Toleranz predigen.
(Lu Hsün)
Wie buchstabiert man Freiheit und Selbstbestimmung?
J-E-A-N-S.
Jeans.
Von kik.