Es ist reichlich gleichgültig, ob die Erklärung des „sozialen Klimas“ aus der Verpflichtung der Rechtsuntertanen auf den Part des isolierten Konkurrenten richtig ist.
Aber es ist keineswegs gleichgültig, ob diesem Theorem von der politisch-sozialen Verfasstheit des „Menschen“ argumentativ auf der selben Ebene etwas Triftiges entgegengehalten wird, oder - aus tausend verschiedenen Motiven - lieber doch nicht. Nach dem Motto:„Du hast ja recht, aber wir sehen das anders.“
Denn Fakten kann man nicht so leicht ändern, seine Meinung darüber aber schon.
Meinungsvöllerei bei gleichzeitiger Urteilsaskese ist deswegen nicht gleichgültig, weil nur Letztere mit absoluter Sicherheit garantiert, dass es genau so weiter geht wie gehabt.
Illusionen der Realisten
Ach ja, da brüsten sie sich, mit beiden Beinen fest auf der Erde zu stehen.
Und?
Sind sie damit auch nur einen Schritt weitergekommen?
Wohingegen die Medien erfolgreich an Luftschlössern bauen und ganz viele Realisten darin wohnen.
Kann mir gut vorstellen, wer alles dabei behaglich vorankommt, wenn die Miete kassiert wird.
Wie hieß noch mal dieser Zusammenhang?..
Die Ausfuhr von Waffen liefert jede Menge Geld,...
und uns viele Asylbewerber aus.
Das Folgende ist ein Wunsch, kein Revolutionsaufruf!
Manchmal könnte man vor lauter ohnmächtiger Wut auf die Propagandamaschine, alias den Kriminellen namens „public relations“, also den Fernseher, einfach abknallen.
Das Unisono einer friedensnoblen Menschenrechtspreisung für einen chinesischen Umstürzler könnte einem hiesigen Revolutionär eigentlich nur recht sein.
Dann geht der aber hin zum Grundgesetz und liest sich den Artikel 20, Absatz 4 über die Notstandgesetze aufmerksam durch und unterlässt es wohlweislich, sich um Kopf und Kragen zu schreiben.
Das Menschenrecht des Staats auf seine Menschen und deren abstrakte Verallgemeinerung zum global agierenden Warenbesitzer ist und bleibt aber eine praktische Waffe, die mit Gewalt ignoriert, dass sie so gar nichts Friedliches an sich hat.
Angesichts der gelaufenen und laufenden Zerstörung bürgerlicher Existenzen durch den Rechtsstaat sähe ich dessen weltweite Gewalttätigkeit gegen die Abweichung von seinen kapitalen Verordnungen gerne hinter Gittern.
Nachdem die Engländer Gandhi zum dritten Mal inhaftiert hatten, fragte ihn ein amerikanischer Journalist: „Was halten Sie von der Zivilisation des Westens“.
Seine Antwort: „Ich glaube, das wäre eine prima Idee.“
„Guten Abend“
Heißt es knapp und sachgemäß zu Beginn der Abendnachrichten.
Und dann erfährt man des Langen und Breiten, warum man den so verdammt nötig hätte.
Es ist zu dumm, aber wer in der Scheiße sitzt, verlangt gemeinhin nach einem Ausweg und nicht nach einer Erklärung.
So lange es einigermaßen nach seiner Nase geht, braucht so ein gewiefter Schlaumeier erst recht keine Erklärungen.
Erklärungen sind also das Überflüssigste von der Welt.
Wenn er gar fies wird, fühlt sich der gemeine Hausverstand in der Niedertracht eines bekannten russischen Sprichworts weltweit zuhause: „Wer will, findet auch einen Weg, wer nicht will, sucht einen Grund.“
Und weil das so ist, übersetzt jeder damit Behelligte automatisch Erklärung mit DECLARATION.
Die platte Wahrheit ist:
Wo da ein grundloser Wille ist, ist auch ein Weg zurück, und drum herum, und ein Motiv.
Und sie alle führen nach Rom.
Wertkampagnen
Obwohl sie nichts kosten, muss man für die Werte, die andere hochhalten und durchzudrücken in der komfortablen Lage sind, ganz schön bezahlen.
Wenn einer sagt, es gehe nicht ums Geld, sondern ums Prinzip, dann geht es ums Eigentum.
Zwei geschickte Lügner
Die Hoffnung und die Verzweiflung.
Eine Woche bereits ist der Unfall eines Privatmannes auf offener Bühne „news“ in den boulevardisierten Medien. Und eben nicht bloß bei BILD.
Meine Oma hätte dazu gesagt: „Die können nicht mehr zwischen Belanglosigkeit und Wesentlichem unterscheiden“.
- Ach, Oma! Du immer mit deiner zynischen Vorliebe für die Deckungsgleichheit von Wort und Welt! Genau auf deren mildsinnige Zerstörung kommt es doch auf dem Meinungsmarkt an!
Und dieses Verfahren hat auch noch sämtliche moralischen Trümpfe auf seiner Seite. Und du bist der Teufel, der sich nicht voller Empathie über ein zerstörtes Menschenleben beugt, wie alle anderen Braven das tun.
„In der Gesellschaft isolierter Konkurrenten ist eben die Sentimentalität die Kehrseite der Indifferenz gegen das Schicksal anderer.“
Im Traum ging ich, in Lumpen gehüllt wie ein Bettler, durch eine kleine Gasse.
Hinter mir begann ein kleiner Hund zu kläffen.
Ich wandte mich verächtlich um. Hör auf mit deinem Gekläff“, fuhr ich ihn an, du speichelleckender Köter!“
„Oho!“ Er kicherte. „Auf diesem Gebiet bin ich dem Menschen weit unterlegen.“
„Was?“ schrie ich, die Fassung verlierend. Das war, schien mir, der Gipfel der Beleidigung.
„Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch immer nicht Kupfer und Silber auseinanderhalten kann, Seide und Leinen, einen Beamten und einen gewöhnlichen Menschen, einen Herrn und seine Sklaven, einen...“
Ich flüchtete [...]
(Lu Hsün)
Du hast Schwierigkeiten zu verstehen, dass ich schreie, "wenn mir was weh tut". Du hättest schon gerne gewusst, was denn da wehtut. „Mitleid mit denen, denen es schlecht geht, Zorn auf die Ungerechtigkeit, den Zynismus, die mafiosen Strukturen in der Welt? Oder tut´ s nur weh, dass sie nicht auf Dich hören, der Du recht zu haben glaubst? Denn zu den Verelendeten und Entrechteten gehörst Du ja nicht selbst.“
Vielleicht hilft ja eine Art Eingeständnis fürs Verstehen.
1) Ich bekenne, dass ich als Theoretiker etwas dagegen habe, Bestimmungen einer Sache nicht ihr selbst zu entnehmen, sondern über sie ganz von ferne – aus weiß Gott welchem Tieferen oder Höheren - zu bestimmen. Ich nenne solches Denken der Elite und ihrer Gläubiger „schweinisch“. Und mir ist das dermaßen peinlich (kommt von Pein!), dass ich mir halt die Zehennägel abschneide, wenn es sie mir nach oben biegt.
2) Was mag wohl dem Henry Miller, von dem nicht bekannt ist, dass er dem Marxismus hold gewesen wäre, weh getan haben, als er in „Der klimatisierte Alptraum“, seiner Abrechnung mit dem Amerika von 1941, einfach so vergnügt hinschwätzte:
„Wir sind gewohnt, uns als befreites Volk zu verstehen. Wir sagen, wir seien demokratisch, freiheitsliebend, ohne Vorurteile und Haß. ...Wunderschöne Worte, voll edlen, idealistischen Gefühls. In Wirklichkeit sind wir ein ordinärer, drängelnder Haufen, der in seinen Leidenschaften von Demagogen, Presseleuten, religiösen Scharlatanen, Agitatoren und dergleichen leicht zu mobilisieren ist. Dies eine Gesellschaft freier Völker zu nennen ist Blasphemie. Was haben wir der Erde zu bieten, außer der überreichen Ausbeute, die wir unbekümmert der Erde entreißen in der wahnsinnigen Selbsttäuschung, dass diese verrückte Aktivität für Fortschritt und Aufklärung stehe.?“...
Kann schon sein, dass intellektuelle Leiden Luxusgüter sind, der Schmerz sitzt aber doch tief.
Bei Miller ist es der gekränkte Idealismus, bei mir halt das Aufräumen mit ihm.
Die Anlässe sind die selben geblieben.
„Kind, sei doch vernünftig!“
Zwischen Verstand und Verständigkeit ist die Kluft nicht so groß, wie von denen behauptet wird, denen es an beidem fehlt.
Statt dessen haben die ganz viel Vernunft aufzubieten.
"Nach den Definitionen in den Wörterbüchern handelt es sich hier um nichts weiter als den Gegensatz zum sogenannten Theoretischen, übrigens eine nicht minder schätzenswerte Sache.
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, erscheint der praktische Mensch als das Werkzeug zur Verwirklichung einer Idee oder zur Anwendung eines Gesetzes. Der praktische Mensch im höchsten Sinne wäre demnach der Henker.....
Im Grunde ist der praktische Mensch der eigentliche Halbgott der bürgerlichen Welt, der moderne Ersatz für den Heiligen. Die meisten zeitgenössischen Denkmäler werden zu Ehren praktischer Menschen von anderen praktischen Menschen, errichtet, die ihr Handwerk verstehen und keine Schlafmützen sind.
Ein Hausherr, der mitten im Winter die Kranken und Hungernden auf die Straße werfen lässt, ist ein durch und durch praktischer Mensch, ... Was diesen Mann so hoch hebt, ist, dass er ein Herz hat, manchmal sogar ein überaus gefühlvolles Herz, und dass er sich Zwang antun muß, um nichts davon merken zu lassen..."(Leon Bloy)
Sprich über die Stille, und sie ist weg.
Sprich über deine Tugend, ....
... damit sie sichtbar werde.
Das ist nicht bloß so dahingesagt.
Wenn ich ausnahmsweise mal eine meiner Entschlüsselungen der Subtexte des Zeitgeists selbst interpretieren darf: Da haben die Freunde der Reflexion und der geistigen Selbstbewahrung geglaubt, oder doch wenigstens unentwegt kolportiert, dass es ein Signum ihrer Gebildetheit und der ihrer Schichtzugehörigen sei, im Vergleich zu den depperten Prolls als so was von edel aufzufallen.
Und jetzt liest man kultursoziologische Studien, die aus der Mietfeder von ganz eingefleischten Materialisten stammen müssen. Bei Leuten mit einem Nettoeinkommen über 2500 pro Monat, also bei Leuten, deren - von der Gesellschaft weitgehend mitgetragene - Bildungskosten so verdammt hoch liegen, dass sie besser nicht auswandern sollten, verschärft sich der ideologische succurs zum „Klassenkampf von oben“ mit dem ansteigenden Anfall von millionenfachen Nichtsnutzen, schlecht riechendem menschlichem Müll, zu nichts nützen Essern und anderem überflüssigem Ballast.
Am Schulsystem kann dieser Rückfall in die niedersten Instinkte nicht liegen, das liest dermaßen an den Rampen aus, dass hinterher nur noch eine Elite herausschaut, die dann auch so wie gewünscht ausschaut.
Am staatskirchlich geförderten, aufopferungsvollen Aktivismus der Glaubensfunktionäre kann es eben so wenig liegen, dass das Bewusstsein verschwunden ist, wem sich die Freiheiten der ausschließlichen Solidarisierung mit sich selbst verdanken.
Da rät es sich einfach nicht an, sich mit einem „Jetzt erst recht“ des sich selbst genießenden Moralpredigertums zu beflecken.
„Reproduktionsverhalten“
Es gibt Tiere, die in Gefangenschaft sich weigern, ihr Schicksal auch noch per Fortpflanzung fortzupflanzen.
Das ist es eben, was das freie Mensch vom Tieren unterscheidet.
Brillanz
Ein Feuerwerk, schön anzuschaun.
Davon unbeeindruckt ziehen die Sterne ihre Bahn.
Dem blog
http://www.mmnews.de/index.php/etc/6885-totale-internet-zensur-ab-2011
entnehme ich folgende Informationen:
Die Novellierung des Jugendmediendienstestaatsvertrags (JMStV) sieht vor, dass ab 2011 jeder Anbieter seine Webseiten auf jugendgefährdende Inhalte hin überprüfen, klassifizieren und Maßnahmen zum Schutz der Jugend vor diesen Inhalten treffen muss. Die Klassifizierungsstufen beruhen dann auf den aus dem Filmbereich bekannten Altersfreigaben (ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren).
Die Pflicht zur Einordnung des Inhalts soll für jede Webseite gelten. Für die meisten Betreiber von Websites wird aus rein praktischen Gründen weder die mögliche Verwendung einer technischen Altersprüfung noch eine "Sendezeitbeschränkung" in Frage kommen. Ihnen bleibt dann nur die im JMStV vorgesehene Kennzeichnung der Website mit einer durch die geplanten Jugendschutzprogramme auslesbaren Altersfreigabe. Doch auch das ist schwierig und kommt für einen normalen Blog sicher nicht infrage.
Ich kann bloß nichts damit und dem Rest des Artikels anfangen.
- Wie soll denn die Klassifizierung meiner Webseite vor sich gehen? Ist Denken jugendgefährdend? Pädagogen wissen, dass Ironien vor einem gewissen Alter überhaupt nicht verstanden werden. Wäre mein Zeugs dann ab 16 oder ab 18?
- Heißt das, dass ich die Kommentarfunktion abschalten muss, und wie geht das? Weil jeder mir nicht Wohlgesinnte Inhalte einschleusen könnte, die von mir gar nicht mehr bezahlbare Geldstrafen nach sich zögen?
- Hiiiilfä!!!
Erbschaftsrecht
A: „
Aber ich will doch meinen Kindern bloß nach dem Maß ihrer Bedürftigkeit helfen!“
B: „
Da würde ich an deiner Stelle aber erst mal die Rechtslage prüfen.“
dass man niemanden zu etwas bequatschen kann, schon gar nicht zu etwas, bei dem man ihn dringend bräuchte?
Es ist nämlich so: deinen Freunden brauchst du gar keine näheren Erläuterungen deines Willensinhaltes zu geben, die verstehen dich auch so sehr gut.
Deinen Feinden brauchst du das ebenfalls - und erst recht - nicht haarklein zu verklickern, die wollen dich doch gar nicht verstehen.
Das glaubt ihr natürlich wieder nicht.
Dann hört mal zu, was
Der Zeitgeist spricht:
- Das Christkindl, der Weihnachtsmann, ein dummer und fauler HartzIVer und ein intelligenter und fleißiger HartzIVer laufen auf der Straße.
Sehen sie da einen 100-Euro- Schein liegen.
Wer von ihnen schnappt sich den?
- ????
- Der dumme und faule HartzIVer natürlich.
Die anderen drei gibt’s doch gar nicht.
Ich wollte, ich könnte den Zeitgeist davon überzeugen, daß das Sozio-Design sein Bewußtsein bestimmt.
Unter anderem Faktorenanalytischem liest man da, und unter dem Warnschild, dass es sehr umstritten sei,“ welchen Ursachen je nach politischem Standpunkt und Interessenzugehörigkeit wie viel Bedeutung beizumessen“ sei:
„Die Industrieländer propagieren einen freien Welthandel und drängen daher die Entwicklungsländer dazu, Importbeschränkungen aufzugeben und ihre einheimische Landwirtschaft nicht mit Subventionen zu unterstützen. Die Industrieländer selbst subventionieren ihre Landwirtschaft jedoch massiv und fördern mit Exportsubventionen den Export von Produktionsüberschüssen in Entwicklungsländer. Diese Überschüsse werden dort zu künstlich verbilligten Preisen angeboten und konkurrenzieren die Landwirtschaft der Entwicklungsländer.“
....
„Undemokratische Strukturen und schlechte Regierungsführung stehen in vielen Entwicklungsländern der Bekämpfung des Hungers im Weg.“
Ja so, da wäre ich aber doch dafür, dass die Demokratien endlich zwangsweise die Demokratie in den Entwicklungsländern einführen, damit die die Industrieländer endlich zudemokratisieren, damit die als Bekehrte zum freien Welthandel zurückkehren und ihren Börsen demokratische und gerechte Rohstoffpreise diktieren.
Leute, auf, Attac, es gibt viel zu demonstrieren!