Nuit-nalismus

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Afghanistan und andere Landminen

Afghanistan.
Friedhof der Imperien seit dem ersten Versuch der Engländer im 19. Jahrhundert.

Irgendwie komisch, dass ich meine geheimen Sehnsüchte noch nicht einmal im Staub dieses längst von Landminen pulverisierten Lehm-Drecks aufgebe, obwohl alle Hoffnung fahren zu lassen, man mir von allen Seiten in den Ohren liegt.

Nicht dass ich so angetan vom Hoffen wäre, aber die argumentlose Anerkennung des globalen Zuschlagens und dessen gefühlvolle Schwester, die europäische Alternative des Verhandelns mit dem selben Zweck der imperialen Kontrolle der Energieressourcen im Austausch gegen Leiber, die plötzlich keinen Kopf mehr haben und denen auch sonst aus abgehackten Gliedern das versagende Herz Blut in den Sand pumpt, haut mich in die Jahre des parteilichsten Affekts zurück.

Und was, bitteschön, ist daran so falsch?

Brot für die Welt!

Christliche und alle anderen Sozialismen, die noch kommen werden, machen den Leuten ein schlechtes Gewissen, und verkünden das große Geheimnis, wie man sich genau dadurch flugs ein gutes draus macht, weil man so ein guter Mensch ist.

Dabei hat schon diese olle Schwarte des Neuen Testaments in der Figur des Pharisäers die Dialektik der Zerknirschung durchschaut.

Die widerlichste Gemeinheit dieses Spruchs besteht aber in der Form eines rettenden Aufrufs, genau so weiter zu machen wie bisher: Verelendung der Rohstoffquellen als humanitäre Aktion.
Brot für die Welt!
Genau.
Und den Kuchen für mich.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Preisfrage

In dem Moment, wo wir nicht mehr füreinander kämpfen, verlieren wir unsere Menschlichkeit.“
Welches Arschloch - außer und nach Alexander dem Großen - hat sich noch zu dieser intellektuellen Unverschämtheit, welche die Barbarei des Kriegs zu einer Sternstunde des Humanums umetikettiert, durchgerungen?

- dem Goebbels sein Joseph
- irgend ein Ayatollah (Fingerzeig Gottes!)
- dem Netanyahu sein Benjamin
- il Papa
- alle ohne Ausnahme?

Der Preisträger wird es mit dem Innenminister zu tun kriegen.
Also überlegt euch das.

Prophetensicht

Es ist ihrer Vision seit Jahrtausenden absolut gleichgültig, welche Gewaltmaschine über welchen Idioten mit seiner Gefolgschaft siegt.

Der Prophet weiß, es wird aussehen, als ob die Überlebenden mit den frischen Gräbern kopulierten.
Ihre vom Krebs zerfressenen Reste an Gliedmaßen werden sich in die noch lockere Krume wühlen.

Ist es ihre Verzweiflung, welche die Toten beneidet?
Nein.
Sie werden die Toten schänden und schreien: „Du..., auch du kanntest das Maß! Und hast doch einen anderen Herrn über dir geduldet.“

Dienstag, 1. Dezember 2009

Entscheidungshilfe

Dem einen oder anderen scheint heute die Trennlinie zwischen korrupter Schutzgelderpressung und dem normalen Brandschatzen des demokratischen Bürgers mit Steuern zu verschwimmen.

Hier hilft immer noch der alte Fragenkatalog: “Wer schützt wen vor wem?“, um herauszufinden, dass von Schutz wohl keine Rede sein kann.

Wir werden weiter parlieren

bis alles in Scherben fällt..

Das Ergebnis des Kopenhagener Klima-Gipfels steht für mich theoretisch, und für seine egregen Teilnehmer praktisch bereits jetzt fest:
Als Resultat wird in einem mehrseitigen Papier erklärt werden, dass es ein großer Fortschritt gewesen sei, und in wie großer Übereinstimmung man sich zu dem Procedere der weiteren Verhandlungen durchgerungen habe.

Woher ich das weiß?
Weil die Logik des FORTSCHRITTS seit zwei Jahren gebietet, dass genau das gleiche Ergebnis herauskommen muss, das seither uns über die Klimakatastrophe aus Bali vorlügt, äh vorliegt.

Das steht nämlich schon im damaligen Papiere nachzulesen, welche großen FORTSCHRITTE man gemacht habe, und wie man sich einig gewesen sei, dass man weiter verhandeln werde.

Sonntag, 29. November 2009

Schutzfunktion des Staates

Die geht doch schon aus der Benennung der Ressorts hervor:
- Bundesminister für Verteidigungsschutz, alias Kriegsverfolgung
- Bundesminister für den Schutz der Finanzen vor illegalen Zugriffen der falschen Sorte Steuerbürger
- Bundesminister für den Gesundheitsschutz der krankenden Kassen
- Bundesminister für Innereienschutz vor freien Radikalen
- Bundesminister für Justizschutz vor ungerechtfertigten Ansprüchen der Bürger
- Bundesminister für den Schutz der Arbeit vor falsch interpretierten Statistiken und Sozialem
- Bundesminister für den Schutz der Wirtschaft vor denen, die auch was davon haben wollen
- Bundesminister für den Schutz vor Umwelt, Natur und Reaktorsicherheit
Und so weiter....

Samstag, 28. November 2009

Strafbewehrte Unstrafbarkeit, lebenslänglich

Die Versicherung von BushBama, daß es in Guantanamo 75 Strafgefangene gebe, die für eine Entlassung viel zu gefährlich seien, aber strafrechtlich nicht verfolgt werden könnten, weswegen sie lebenslänglich einsitzen müssten, leuchtet dem gesunden Menschenverstand augenblicklich ein.

Wer dieser segensreichen Tugend der Selbstverblödung entraten muss, wird wohl mit der kruden Wahrheit vorlieb nehmen müssen: Präventive Haft ist dann angesagt, wenn die Staatsgewalt selbst keine Lust hat, verlegen auf der Anklagebank herumzurutschen.

Freitag, 27. November 2009

Das Thun von Schulz

Ein ausgesprochener Ankommer, dieser Kommunikationspsychologe.
Was Wunder, wenn das Rezept seiner lebensklugen Empfehlungen ein Erfolgsrezept des mitmenschlichen Miteinandertums verspricht.

§1) Miteinander reden
Dazu wäre an Folgendem festzuhalten: Jede einzelne Talkshow illustriert, dass jedes Mal, wenn es wirklich um etwas geht, der Applaus im Studio immer dann aufbrandet, wenn der Redner formuliert, was der lebenspraktische Menschenunverstand sich so ähnlich auch schon gedacht hat.
Das Miteinander besteht also in der Bestätigung, dass es erstens kein Problem, und zweitens längst gelöst ist. Und drittens die Wohlmeinenden sich auf der richtigen Seite befinden.
....Und so weiter.

Ach, dieser Dauersympath von einem weichgespülten Plüschologen hätte eine längere Kritik verdient, weil er ein tatsächliches Symptom ist, zur Signatur eines Zeitalters gehört, das jede erkältende Ferne zur kuscheligen Nähe umlügt, indem es die Plattheiten des alerten Hausverstands ("Wie man in den Wald schreit, so schreit es heraus"...) als Wissenschaft aufmarschieren lässt. Aber meine Finger erlahmen beim Gedanken, dass das schon wieder keinen interessiert.

Ihn nicht zu kennen, ist aber für Menschenbildner und Lehrer eine sträfliche Lücke in der sozialen Kompetenz.

Donnerstag, 26. November 2009

Die Menschheitsfamilie

hat viel zu viel zu tun, als dass es mal zu einer gemütlichen Familienzusammenkunft kommen könnte.

Meinem Bruder gehe ich übrigens geflissentlich aus dem Wege, seit er mir einen ziemlich ruinösen Job bei skandalöser Entlohnung andrehen will, und der Menschheitsonkel muss dauernd Kriege führen „based upon mutual interest and mutual respect“.

Meine eine Schwester reist in der Welt herum und agitiert gegen „künstliche Feindbilder“. Ihr reichen vermutlich die „natürlich gewachsenen“ aus, etwa die zwischen Israel und der arabisch-iranischen Welt.
Die Tanten reden dauernd von „gemeinsamen Aspirationen“ der -sich in Gott eins mit Muslimen und Buddhisten (!) wissenden - Kosmopolitessen.
Die restlichen Schwestern sitzen derweil in der UNO und retten dauernd irgendwelche entferntere Verwandte, die der engere Kreis des Familienrudels so ganz nebenher ruiniert hat.
Den Vater dieses Haufens haben wir übrigens nie zu sehen bekommen, und die Mutter, dieses Hure, treibt sich weiß Gott wo rum.

Meine Menschheitsfamilie kann mich mal...

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