Freitag, 11. Juni 2010

Demokratischer Faschismus

Folgendes haben wir so, oder ähnlich aus gewähltem Sprachrohr für verbindliche Sichtweisen gehört:
Möglichkeiten für Einsparungen in Milliardenhöhe sehen die freiwilligen Propaganda-Minister für allgemeine Rechtfertigungen im Bereich Hartz IV und der Arbeitslosenhilfe:
«Hier muss etwas geleistet werden. Die zuständige Ministerin ... hat bereits darauf hingewiesen, dass wir im Sozialsystem Leistungen haben, die nicht dazu dienen, Arbeitslose wieder in reguläre Arbeit zu bringen», sagte zuletzt einer aus dieser Riege von Ringern im Konsolidierungskampf des Kapitalverhältnisses.

Das ist eine tolle Leistung: das Urteil der Nazis über die Verursacher der mal wieder nicht so recht klappenden Reproduktion lautete weniger elaboriert, aber ebenfalls:
Arbeitsscheues Gesindel“.

Die Kleinsprecher
Die da sagen, sie hätten doch nur eine Meinung geäußert, geben ganz schön an. Sie haben doch bloß die eine.

Reines Gewinnstreben
sei nicht das allein Seligmachende, höre ich.
Und zu dem Gebaren der Landesbanken liest man: Alle Maßnahmen öffentlicher Einrichtungen müssen einem öffentlichen Zweck dienen; das schließe eben ein reines Gewinnstreben aus.
Dabei gibt es doch gar kein reines Gewinnstreben, meint die Gegenseite. Dem verantwortungsbewussten Unternehmer gehe es um strategische Ziele wie Wachstum, Sicherheit, und Arbeitsplätze, nicht wahr? So steht es jedenfalls im Lehrerhandbuch, das manches für zu kurz gegriffen hält.

Jetzt mal im Ernst.

Und wie sähe nun ein unreines Gewinnstreben aus, oder ein „ein Stück weit“ verunreinigtes, oder ein porentief reines? Auf die Ergebnisse der Ethikkommission über die „sozialverträgliche Relativierung der Zielkonflikte im ökonomischen Handeln“ braucht man nicht gespannt zu sein.

Denn ist es nicht vielmehr so, dass alle die schönen genannten Ziele der menschenfreundlichen Sozia-debilität beim Profitmachen erst gar nicht zum Zuge kommen werden, wenn da nicht scharf auf den zu maximierenden Gewinn aufgepasst wird? Da ist gar mancher im Falle der Unaufmerksamkeit die längste Zeit Kapitalist gewesen.

Aber es geht da plötzlich in den verseuchten Köpfen mal wieder zu wie am Mittagstisch:
„Die ...Suppe... ist... ver...SALZEN.“
„Ich hab doch nur ein ganz klein bisschen Salz drangetan, Schatz.“
„Weniger wäre wirklich mehr gewesen.“
„Aber Schatz, die letzte Enquete der Ernährungskommission...“
„Dein reines Salzstreben geht mir schon länger auf den Blutdruck.“
„Sag ich doch, der ist viel zu niedrig. Da kann ein bisschen Salz nicht schaden.“
...
Usw. im Versuch der Quantifizierung des Bestimmungslosen.
Aber nur bei Geschmacksfragen schadet die willkürliche Maßgabe der Subjektivität wirklich nur der Harmonie.
Bei Fragen der Konkurrenz kann man damit schon mal auf dem Misthaufen der Geschichte landen.

Nach Marx
Kam der Marxismus: das Transformatorhäuschen am Fuße des Wasserfalls.
Aber Licht, immerhin.

Beitrag zur Aggressionskunde
Jede Weigerung, einen ruchbar gewordenen Fehltritt öffentlich zu bereuen, zieht unweigerlich einen oder mehrere Fußtritte nach sich.

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