Dienstag, 8. Februar 2011

„Ich bin davon überzeugt, dass...“

Wenn einer nichts Richtiges weiß („Das ist unsere Überzeugung.“ O – Ton - Merkel), dann kommt er uns mit dem Brustton der Überzeugung.
Dass man den Idioten nicht einfach stehen lässt, und sich Wichtigerem zuwendet, liegt daran, dass ein Politikerwort auch noch dann medial breitgetreten werden muss, wenn das Intelligenteste daran die unverzüglich einsetzenden Interpretationen sind. Wie sollte man denn sonst von der Existenz eines weiteren geistigen Nullereignisses erfahren?

Damit wir uns recht verstehen. Ich halte nichts von der bloggenden Hochnäsigkeit, die Politiker für dumm, und eine - vom Blogger vorgeschlagene, menschenfreundlichere - Alternative zum Beschlossenen für das eigentlich Angesagte herumplärrt.

Das Wesentliche an der Bekräftigung subjektiver Bekehrtheit ist nämlich nicht ihre intellektuelle Erbärmlichkeit, sondern die sich gleich nach dem Komma ankündigende Ansage der objektiven Härten, mit der man gegen die Bevölkerung losziehen werde. Wenn jetzt eine „Wirtschaftsregierung“ angedroht wird, dann – Gnade uns Gott! – wird tatsächlich die Wirtschaft - nunmehr ganz offiziell - ans Regime regiert werden.
Diese ständig besorgten Politiker sind eben keineswegs Menschen wie du und ich, sondern diejenigen, die fest davon überzeugt sind, es uns besorgen zu müssen.

Spazieren gehen in den Trivia

Das Detektiv- /Polizei- Erzählsel schwätzt einem das Bewusstsein auf, menschliches Handeln sei im Grunde lediglich individuelles, selbstgesetzliches Tun.
Dass noch unser scheinbar eigenstes Tun durch kollektive Mächte und Zwänge bestimmt und gelenkt wird, so dass wir uns überhaupt nur noch reflexiv erfahrbar machen können, dass hierzulande Ensembles gesellschaftlicher Verhältnisse herumlaufen, wird feierabendlich, täglich und mehrfach dementiert.

Und so wird uns die Welt behaglich vorsortiert:

- Die Helden: passionierte Rechtshüter und Verbrechensverfolger, Sachwalter der Staatsgewalt, Vollstrecker staatlicher Ordnungsvorstellungen haben abstrichlos verinnerlicht, dass Gewissensinhalte und Rechte identisch zu sein haben.
Eine eventuelle private Neugierde ist die verinnerlichte Dienstvorschrift: Er tut seine Pflicht, die eben in der Gewaltanwendung liegt.

Durch die Ausgestaltung der Figur als einer interessanten Person wird ihre tatsächliche Funktion gelöscht: „Aber er ist doch ein Mensch!“

- Die Feinde: zeichnen sich durch eine natur- oder schicksalhafte, unveränderbare und unfragliche Bösartigkeit aus. Das macht die stattfindende Menschenjagd zu einer Dauerkampagne gegen das Böse, das immer und überall lauert. Gelöscht wird so der Restbestand an Bewusstsein davon, dass in der genüsslichen Abstrafung eine privatistische Verengung gesellschaftlicher Widersprüche vorliegt.

Der Zweck staatlicher Gewalt, die Souveränität freier Verfügung über ALLE vorhanden Interessen, wird durch die Verlagerung des Gewaltproblems in seine Moralisierung geleugnet: Legitime gute Staatsgewalt – Illegitime böser Gewalttäter.

- Die sozio -hygienische Leistung:
Auch wenn ein Polizist „Scheiße“ sagt, bleibt er ein Orientierung setzendes Leitbild durch die guten Gründe, die er dem Sinnbedürfnis an einer übersichtlich geordneten Gut-Böse-Welt ins Heia-Bettchen mitgibt. Bestätigung und Stabilisierung auferlegter Versagungen präsentieren sich als die richtige, weil herrschende Norm. Bestehende Zwänge sind unausweichlich und unveränderbar.

Der ideelle Ehrentitel dafür: Gerechtigkeit, in dem der selbstbewusste Untertan seine Einstellung zur Sache der allgemeinen Gewalt kultiviert.

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